Die schwere Entscheidung

Seit 4 Jahren war ich nun mit dieser Frau zusammen, beinahe auf den Tag genau. Seit einem Jahr plagte mich dieser Gedanke nach Freiheit. Nein es war eher eine Sehnsucht die von Tag zu Tag und Monat zu Monat immer stärker wurde. Ich höre es in Liedern und sah es in Serien oder Filmen. Überall diese Perfekten Pärchen die wirklich alles mit einem Teilen konnten. Hatte ich das auch? Konnte ich mich komplett fallen lassen? Nein! Ich wollte lieber was mit meinen Freunden machen anstatt mir ihr zu Hause zu hocken...Natürlich hätten wir auch was anderes machen können aber was? Ich liebte es zu Rauchen oder Alkohol zu trinken und abzuspacken. Aber sie vertrug kein Alkohol. Ihr wurde dann schlecht und ich konnte nicht abschalten, weil ich wusste, dass ich als Freund jetzt wieder für ihre Gute Laune da war. Ich wollte auch einen Partner der mir einfach in jeder Lebenslage ergänzt, der gleiche Quatsch, die gleichen Vorstellungen vom Spaß und dem Leben. Es stand fest, ich musste aus meiner Beziehung ausbrechen und mich neuverwirklichen. Aber wie? Ich wohnte mit ihr in einer 3 Zimmer Wohnung, ich hatte keine Bude und zwei Mieten müssen auch erst einmal bezahlt werden. Trau ich mich das? Mein ganzes Leben stand plötzlich gedanklich auf dem Kopf. Mein Auto wird finanziert und überhaupt wie soll ich es ihr sagen? Wie soll ich einem Menschen den ich so sehr mag, so etwas antun können? Ich diskutierte mit mir Wochen und Monate lang bis wieder fast ein Jahr vergangen war. Ein Jahr in dem ich nicht mehr 100% geben konnte. Ich wollte aber ich konnte nicht. Ich wollte mein eigenes Leben. Klar ihr denkt jetzt bestimmt, ich hätte doch mit ihr reden können? Aber wie? Sollte ich sagen :“ Hey Schatz, ich hab den dran neuanzufangen. Was neues zu erleben...“ Dann wäre der Geist aus der Flasche und ich würde es durch ziehen müssen. Aber ich traute mich noch nicht. Letztes Jahr als der Gedanke begann hatte ich es einmal angesprochen. Ich war fast durch die Tür aber ich konnte nicht. Ich wollte es doch auch versuchen. Man wirft 3 Jahre nicht weg also noch mal versuchen. Arsch zusammen kneifen und los geht’s. Aber ich merkte wieder ich raus muss. In meinen vorherigen Beziehungen hatte ich mich immer feige aus dem Staub gemacht. Ok wir wohnten nicht zusammen und Schluss machen per SMS war einfacher als sich noch einmal in nervigen Diskussionen zu verstricken. Wenn es eine Sache gab die ich nicht aushalten konnte, dann sind das weinende Menschen. Das Gefühl wenn ein geliebter Mensch wegen dir weint ist grausam und hässlich. Per SMS war es irgendwie so steril. Aber so konnte ich es dieses mal nicht machen. Ich wusste ich muss mich dieses mal der Situation stellen. Aber wie kann ich in die Augen gucken und diese Sätze sagen? Ich haderte mit mir. Wieder vergingen Tage und Wochen. Ich spielte alle möglichen Varianten durch und stellte mir ihre Folgen vor. Es gab keine alternative zum Gespräch. Nur so kann ich mit guten Gewissen die Beziehung verlassen. Als der Tag gekommen war saß ich auf der Arbeit. 11 Uhr ca und eigentlich bald Mittagspause, Ich chattete mit meiner Freundin über Facebook als ich das Gefühl der Flucht wieder spürte. Ich besprach mich kurz mit meinem Bruder, stieg in meinem BMW und fuhr nach Hause. Als ich ankam lag meine Freundin gerade noch im Bett und guckte TV. Ich sah Sie an, legte mich neben Sie in Bett und erzählte alles. Meine Gedanken, meine Probleme und meine Entscheidung Schluss zu machen. Wir weinten und umarmtem uns und nach 2 Stunden packte ich meine Tasche und verließ mit Tränen in den Augen unsere gemeinsame Wohnung. Es war eine emotionale Atombombe hochgegangen, dessen folgen völlig ungewiss blieben. Ich zog erst einmal zu meinem Bruder und dann weiter zu meiner Mum in das alte Kinderzimmer meines Bruders. Was jetzt frage ich mich.

18.2.17 16:31, kommentieren

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